Presidio bis Sausalito

Presidio, Tiburon und Sausalito

Golden Gate Bridge

Nach gewohntem Starbucks Frühstück ging es gestärkt in einen aktiven Tag, der viele großartige Szenerien, viel Sonne und 20 Meilen Fahrradstrecke für uns bereithalten sollte. Ganz unamerikanisch haben wir uns entschlossen, mit dem Fahrrad auf Erkundungsfahrt zu gehen und uns San Francisco einmal von der anderen Bay-Seite zu betrachten. Das ist die Seite, wo die Schönen und Reichen in selbiger Manier wohnen.

Vorbereitung

Am Tag zuvor hatten wir nach einem eingängigen Preisvergleich (das lohnt sich!) in der Nähe von Fisherman's Wharf einen Fahrradverleih ausgemacht und auch schon die Räder für den darauffolgenden Tag reserviert. Sicher ist sicher, vor allem zur Hauptreisezeit im August. Und weil die Cable Car nicht nur ein weiterer Sight ist, sondern auch unheimlich praktisch, wenn man sich in Richtung Fisherman's Wharf und Marina fortbewegen möchte, haben wir das historische Verkehrsmittel genutzt, um von downtown zum Fahrradverleih zu fahren. (Die Fahrt kostet zwar 2$, was im Vergleich zum Muni-Passport (Municipal Railway) ziemlich teuer ist, dafür aber sehr stilgerecht!). Dann geht es los mit den Rädern in Richtung Aquatic Park. Er zählt zwar zu den weniger schönen Stränden San Franciscos, liegt jedoch genau zwischen Fisherman's Wharf und Fort Mason und ist am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Von dort aus geht es immer in Richtung "Presidio", der Stadtteil, von dem aus die Golden Gate Bridge auf die andere Seite der Bay führt.

Presidio

Presidio, die Halbinsel an der Nordspitze von San Francisco, ist ein riesiges Gelände, das früher vorwiegend vom US-Militär genutzt wurde. Derzeit ist die Umwandlung in den Presidio National Park in vollem Gange, um die zivile Nutzung und damit die Bereicherung einer weiteren Attraktion für die Stadt voranzutreiben. Quer durch Presidio führt die wohl berühmteste Brücke Amerikas, die Golden Gate Bridge. Wir haben schweißtreibende Steigungen hinter uns gelassen bis der Pacific strahlend blau unter uns lag und wir über das Wahrzeichen aus 75 000 Tonnen Stahl, 300 000 Kubikmeter Beton und 600 000 Nieten radelten. Zu den recht moderaten aber angenehmen Temperaturen in San Francisco kommt auf der Brücke ein kräftiger Wind hinzu. Am besten ist es, sich im Zwiebelsystem anzuziehen, denn selbst während der Sommermonate wird es kaum wärmer als 20-25 Grad, wobei stets ein leichter Wind geht und man morgens den berühmten Nebel sieht, der sich sehr mystisch und romantisch um die Bay legt. Jenseits der Brücke liegt das Marin County, wo wir zunächst in Richtung Tiburon fahren. Die Fahrradstrecken sind gut ausgeschildert, allerdings nicht immer so 'scenic', wie sie in den Prospekten versprochen werden. Manchmal fährt man auch mit den Autos auf der Hauptstraße, doch im Großen und Ganzen bekommt man einen sehr schönen Eindruck von Marin County.

Tiburon

Tiburon ist DER Nobelvorort von San Francisco. An den Hängen oberhalb der Bay reiht sich eine Prachtvilla an die nächste, von wo aus man auch einen Prachtblick auf die Bucht und die gegenüberliegende Skyline von San Francisco hat. Hier sollte man möglichst unter der Woche hinfahren, am Wochenende herrscht hier Ausflugs-Hochbetrieb und man sieht noch mehr Cabriolets und Sportwagen im Stile der aufstrebenden Yuppie-Neighbourhood. Wir machen kurz an der Uferpromenade eine Pause und genießen den Blick auf die Bay, auf Alcatraz und die steilen Straßen der Stadtteile Pacific Heights und Richmond. Weiter geht es auf dem Paradise Drive in Richtung Sausalito. Mit einigen herausfordernden Steigungen schlängelt sich die Straße am Ufer der Bay entlang, vorbei an Waldstücken, gepflegten Gärten und Luxusvillen.

Sausalito

Das Strampeln wird belohnt als wir schließlich Sausalito erreichen: der Blick auf San Francisco ist hier noch spektakulärer als in Tiburon, denn von hier aus sieht man auch die Bay Bridge, Oakland und Berkeley. Das Flair ist jedoch ähnlich exklusiv wie in Tiburon: hohe Yuppie-Dichte und am Wochenende Hochbetrieb.

Trotz ausgiebigen Frühstück und einem etwas überteuerten Lunch in einem der Restaurants im Jachthafen von Sausalito, sind wir ziemlich müde und gönnen uns einen ausgedehnten Mittagsschlaf in einem kleinen Park, direkt bei der Marina in Sausalito. Um die Mittagszeit kann es sehr warm werden und einem Sonnenbad stimmen alle zu. Trügerisch ist übrigens der ständige Wind. Selbst bei kälter gefühlten Temperaturen ist die Sonne doch sehr intensiv - diesen Tipp wollen wir weitergeben, denn beim Radfahren haben wir uns alle einen Sonnenbrand geholt!

Nach der ausgiebigen Pause sind unsere sportlichen Ambitionen gänzlich dahin. Kein Problem, denn die Rückfahrt mit der Fähre, direkt bis zur Fisherman's Wharf, ist eine großartige Fahrt, die San Francisco noch einmal in eine ganz andere Perspektive rückt. Nach Abgabe der Fahrräder und einem zwar teuren aber unvergleichlich gutem Essen in der Cannery (einer alten Konservenfabrik Hyde St./Ecke Beach St.) fallen wir nach einem ereignisreichen Tag wieder sehr früh in unsere Hostel-Betten.

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